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Naturheilkundliche Narbenentstörung

Sei es durch Unachtsamkeit, einen Unfall oder auch Folge einer OP – eine sichtbare Narbe ist entstanden. Erfahre in diesem Blogbeitrag, warum es überhaupt zur Narbenbildung kommt, was es bedeutet wenn Narben „Störfelder“ sind und wie diese Störfelder der Narben naturheilkundlich behandelt werden können.

 

 

Narbenentstehung

Narben sind im Grunde genommen nichts anders als ein „Ersatzgewebe“. Es bildet sich da, wo sich die eigentliche Haut nicht mehr vollständig reparieren kann. Bei Verletzungen, wo tiefe Hautschichten verletzt sind, ist das immer der Fall. Bei gestörter Wundheilung reicht jedoch auch manchmal eine oberflächliche Wunde aus.

Narben bestehen aus Bindegewebe.

 

Hast du eine Narbe? Dann schau sie dir einmal an

In dem Bereich fehlen dem Gewebe i.d.R. die typischen Hautmerkmale wie z.B. Haare, Schweißdrüsen,

Gefäße oder auch Pigmentzellen.

 

Bis eine Narbe völlig abgeheilt ist, können bis zu 2 Jahre vergehen. In dieser Zeit wird sie ständig umgebaut, um an die Ansprüche der jeweiligen Körperregion angepasst zu werden. Das geschieht mittels Bindegewebsfasern, der sogenannten Kollagene. Die Stabilität der Narbe nimmt dadurch ständig zu, wird jedoch auch deutlich starrer als das ursprüngliche Gewebe. Je nach Aussehen und Beschaffenheit unterteilt man die Narben in unterschiedliche Typen. Es gibt z.B. Hypertrophe Narben (Bindegewebsüberproduktion, z.B. über Gelenken) oder auch atrophe Narben (tiefer liegende Areale mit verminderte Bildung von Bindegewebe z.B Aknenarben).

 

Im Optimalfall jedoch bildet sich eine relativ unauffällige Narbe, die keine bis wenig Probleme bereitet. Um dies zu erreichen ist eine möglichst früh beginnende Narbenpflege unabdingbar!

 

Tipp: Zur Narbenpflege frischer Narben. Dazu möglichst früh beginnen und täglich Morgens und Abends

kräftiges einmassieren eines Narbenpflegeproduktes über 8-10 Min. über mehrere Monate;

Zusätzlich über Nacht ein Narbenpflaster (z.B. ScarFX®)

Das Narbenpflaster kann mehrfach bis zu 3-4 Wochen wieder verwendet werden.

 

 

 

Bei krankhaften Narbentypen oder schlechter Wundheilung kann die Narbe jedoch zum Störfaktor werden.


Wann stört eine Narbe?

Eine Narbe kann auf mehrere Arten stören:

  1. Ästhetisch – Narben können unser Selbstbewusstsein erheblich herabsetzen.
  2. Körperlich  – Körperliche Beschwerden welche durch die Narbe ausgelöst werden.
  3. Seelisch    – Die Narbe ist wie ein Portal. Sie erinnert uns bewusst oder unbewusst an ein oftmals noch nicht abgeschlossenes Thema, welches wir mit der Narbe verknüpfen. Der Stress wurde somit in der Narbe verarbeitet.

 

Der folgende Beitrag beschäftigt sich weitestgehend mit Punkt 2.

Alle Punkte hier jetzt zu beschreiben würde den Umfang eines Blogartikels bei weitem überschreiten.


Warum können Beschwerden durch Narben überhaupt entstehen?

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Narben überhaupt Beschwerden auslösen können, die drei häufigsten stelle ich dir hier vor:

 

1. Muskulärer / Bindegewebiger Zug

Je tiefer die ursprüngliche Verletzung war, desto tiefer geht auch die Narbe in den Körper hinein. Bei Operationen z.B. wird in den häufigsten Fällen das gesamte Gewebe inkl. Muskelschicht zertrennt, um an tiefere Schichten zu kommen (z.B. Entfernen eines Organs, Bandscheibenvorfall, Einsetzen eines neuen Gelenks, Kaiserschnitt,...). In der Heilungsphase bildet sich auch in dieser Tiefe häufig Narbengewebe. Dieses Narbengewebe ist, wie du schon weißt – viel fester und starrer als das ursprüngliche Muskel- oder Bindegewebe.

Da es sich so nicht mehr so gut dehnen kann wie das umliegende Gewebe, entsteht in Folge dessen bei Bewegung in diesem Bereich Zug, Es entstehen die typischen Narbenschmerzen mit u.a. stechendem, brennendem oder ziehendem Gefühl. Aber nicht nur der Bereich der Narbe selbst kann hier betroffen sein. Durch die Starre in Narbenbereich sind auch die mit diesem Gewebe verbundenen Strukturen in ihrer Bewegung eingeschränkt. Somit können Fernstörungen in anderen Bereichen des Körpers auftreten, welche oftmals zuerst nicht mit der Narbe in Verbindung gebracht werden - z.B. Verdauungsstörungen infolge einer Kaiserschnittnarbe.

 

2. Meridianstörungen

Der gesamte Körper ist von Energielinien durchzogen (sogenannten „Meridiane“). Durch eine Narbe verändert sich das Gewebe in diesem Bereich und die Energie kann hier nicht mehr frei fließen. Der Meridian ist an dieser Stelle blockiert oder es wird ein Dauerreiz (vgl. Störfeld) ausgeübt. Bei beiden Arten ist die Energie insofern gestört, dass nachfolgende Bereich nicht mehr ausreichend versorgt bzw. überversorgt (bei Dauerreiz) werden. Gleichzeitig kann es zu einem Rückstau vor dem Narbenbereich kommen.

Das hat zur Folge, dass die Beschwerden nicht nur im Narbenbereich selbst auftreten, sondern auch im gesamten Meridianverlauf oder Meridianübergreifend auftreten können. Beschwerden im gesamten Organismus können sich zeigen = allgemeine Herderkrankung.

Die Folgen einer solchen Herderkrankung sind vergleichbar mit den Beschwerden durch ein Störfeld. Oftmals treten Störfelder und Meridianstörungen gleichzeitig auf.

 

Hier noch ein kleines Beispiel:

Eine Narbe verursacht eine Störung auf dem Lungenmeridian. Das kann z.B. zu chronischem therapieresistenten Husten führen. Wir diese Narbe nun mittels Neuraltherapie behandelt und entstört, kann es in einigen Fällen zu dem sogenannten Sekundenphänomen kommen, d.h. Der Husten verschwindet innerhalb weniger Sekunden bis Minuten. Aber auch wenn es nicht gleich zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führt, heißt das nicht, dass die Therapie erfolglos war. Manche Körper brauchen mehr Zeit für die Regulation als andere – jeder Mensch ist schließlich individuell.

 

3. Störfeldbildung

Das, in diesem Fall, durch Narbenbildung veränderte Gewebe löst einen Dauerreiz auf die Zellen und Zellzwischenräume aus. In Folge dessen können alle Parameter des Grundsystems gestört werden (wie z.B. pH-Wert der Zelle, Stoffwechselgeschwindigkeit der Zelle selbst / zwischen Zelle & umliegendem Gewebe, sowie Veränderung des Gewebepotenzials). Dieses Phänomen nennt sich „Störfeld“.

 

Diese unterschwelligen Reize sind jedoch so schwach, dass der einzelne Mensch diese in der Regel nicht spürt. Schädlich werden sie erst dann, wenn sie über Monate oder gar Jahre ohne Unterbrechung diese schwachen Reize aussenden. Dieser ständige, winzige, aber deutliche Einfluss auf die Nervenzellen verändert die Reiz-Reaktionsantwort des Körpers insofern, als das die Reizschwelle sinkt. Das wiederum hat zur Folge, dass der Körper bereits auf einfache Reize mit einer überschießenden Reaktion reagiert. Somit können Störfelder als besonders starke Stressoren angesehen werden.

 

Jeder Mensch reagiert jedoch individuell auf bestehende Störfelder, dem einen macht es gar nicht aus, der andere wird dadurch sehr krank. Es kommt immer ganz darauf an, welchen schädlichen Einflüssen der einzelne Mensch außerdem noch ausgesetzt ist (z.B. chronischen Erkrankungen oder erbliche Dispositionen). Beschwerden können direkt an der Stelle des Störfelds selbst oder auch über Segmentbezüge (z.B. Dermatome) bis an weit entfernten Stellen des Körpers auftreten. Möglich ist auch, dass sie sich auf den gesamten Körper auswirken können. In den beiden letztgenannten Fällen ist ein Bezug zum Störfeld oftmals auf den ersten Blick nicht erkennbar.

 

Achtung: Körperliche Störfelder können nicht nur durch Narben entstehen. Es können genauso gut chronische Entzündungen ursächlich sein, wie z.B. eine latente Nasennebenhöhlenentzündung, Mandelentzündung oder auch Restgewebe nach Wurzelbehandlungen.

 


Störfeld-Beschwerden

  • Unterschiedliche Wahrnehmung von Wärme- oder Kältereizen

  • "Wetterempfindlichkeit"

  • ziehende, reißende oder auch stechende Schmerzen / lokal oder auch ausstrahlend

  • Schwächung des Immunsystems

  • Hormonelle Fehlregulation

  • Funktionsstörungen von Organen

  • Verhaltensänderungen wie z.B. Antriebslosigkeit, Unruhe, Depressionsneigung

  • unklare „Befindlichkeitsstörungen“

  • ...

Die Wirkung einer naturheilkundlichen Narbenentstörung

Durch eine Narbenentstörung können u.a. folgende Wirkungen erzielt werden:

 

  • Wiederherstellung des freien und ungehinderten Energieflusses durch das Narbengebiet

  • Reduzierung bis komplette Beseitigung von Beschwerden, welche durch die Narbe ausgelöst werden (z.B. Sekundenphänome)

  • Weichere und angenehmere Narbenstruktur


Naturheilkundliche Therapiemöglichkeiten zur Narbenentstörung

Manuelle Techniken

Durch unterschiedliche Grifftechniken wird das Gewebe der Narbe gelockert & gedehnt. Bestehen Verklebungen mit tieferen Schichten oder Nachbarstrukturen können diese durch bestimmte Techniken gelöst und voneinander getrennt werden.

 

Neuraltherapie

Das Narbengewebe wird mittels eines Lokalanästhetikums unterspritzt. In der Regel wird dazu Procain oder alternativ Lidocain gewählt (Ich persönlich arbeite am häufigsten mit 2%igem Procain. Procain selbst hat u.a. noch einen positiven Effekt auf die Energie-produktion der Zellen selbst. Dadurch wird die Heilung zusätzlich auf Zellebene unterstützt. Des weiteren hilft es dabei, Störfelder aufzulösen).

 

Das Lokalanästhetikum wird dabei direkt in die obersten Hautschichten der Narbe eingebracht (i.c.). Die Narbe wird an diesen Stellen binnen Sekunden sichtlich aufgedehnt. So wird Stück für Stück der Narbe unterspritzt. Da es sich ja wie beschrieben um ein leichtes Betäubungsmittel handelt, ist das Gefühl nach Wirkungseintritt in diesem Bereich für 1-1,5 Stunden leicht taub.

 

Meine Empfehlung:

Ich empfehle eine Kombinationstherapie aus manuellen Techniken und der Neuraltherapie. Begonnen werden sollte die Behandlung mit der Neuraltherapie, vor allem bei sehr harten und starren Narben. Durch die Neuraltherapie kann ein bestehendes Störfeld beseitigt werden, die Zellen werden auf Zellebene angesprochen und das Gewebe (v.a. von sehr stark) verklebter Narben wird von innen heraus aufgedehnt. Im besten Fall kann es zu dem oben beschriebenen Sekundenphänomen kommen, d.h. Die Beschwerden vermindern / verschwinden innerhalb weniger Sekunden bis Minuten nachdem das Mittel injiziert wurde.

Die anschließende manuelle Therapie behandelt die tieferen Schichten der Narbe, kann Verklebungen in Nachbarstrukturen lösen und regt u.a. zusätzlich den Stoffwechsel an.

 

An therapiefreien Tagen empfehle ich gerne noch eine Creme zur weiteren Unterstützung.


Unterstützende Creme / Öl zur Störfeldsanierung

Es gibt weitaus mehr Produkte auf dem Markt - ich führe hier nur die auf, mit welchen ich selbst gute Erfahrungen gemacht habe:

  • Veilchencreme nach Hildegard von Bingen

  • APM-Creme nach Penzel

  • Weizenkeimöl

 

 

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Veilchencreme nach Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen empfiehlt zur Narbenpflege nach Operationen und zur Störfeldbeseitigung ihre Veilchencreme.

 

Zutaten (Originalrezept nach Hildegard von Bingen):

30 ml frisch gepresster Veilchensaft aus Veilchenblättern & -blüten

10 ml Olivenöl

30 g Ziegenfett

Alle Zutaten im Wasserbad miteinander vermischen. Vorsichtig unter Rühren zum Sieden bringen. Wässrige Schichten abtrennen und zu einer Salbe verarbeiten. Abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren.

 

Anwendung: mehrmals täglich dünn auf die Wunde bzw. das Narbengewebe auftragen.

Bestellmöglichkeit: Die fertige Creme kann direkt von der Firma Jura bezogen werden, z.B. <hier> 

 

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APM-Creme nach Penzel

Die APM-Creme wirkt als elektrisch leitende Schicht, die undurchlässige Meridianstrecken (Narben) überbrückt.

 

Anwendung: auf die Narbe & auf deren Umgebung (bis 2-3 Querfinger neben der Narbe) auftragen und kräftig, kreisförmig einmassieren. Sollte der Narbenbereich etwas größer sein, die Haut vorher etwas anfeuchten und dann erst die Creme dünn auftragen.

Bestellmöglichkeit: über jede Apotheke PZN 4307043

 

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Weizenkeimöl (aus den Keimen des Weizenkorns)

 

Dr. Dietrich Klinghardt empfiehlt dieses Öl generell zur Störfeldsanierung von Narben. Er ist der Meinung, dass das Weizenkeimöl ähnliche, jedoch wesentlich mildere Reizeigenschaften als Lidocain habe. Allein durch die regelmäßige Anwendung des Weizenkeimöls könne die Störung ausgehebelt und die Reizleitung wieder herstellen werden. 

 

Anwendung: 6x täglich über 4 Wochen dünn auf die Narbe auftragen.

Bestellmöglichkeit: darauf achten, dass es kaltgepresst wurde

z.B. über eine lokale Ölmühle beziehen oder konventionelle Herstellung: Ölmühl Sollingen, Bioöl: Primavera

Haltbarkeit: 6-8 Monate (Kippt es um, ist dieses deutlich am Geruch zu erkennen)


Was, wenn die Therapie keine Erfolge zeigt?

In diesen Fällen ist es sinnvoll die Narbe unter ihrem seelischen Aspekt zu betrachten, wie oben bereits einmal kurz beschrieben.

 

  • Woran erinnerst du dich, wenn du die Narbe anschaust? - Sind es gute oder schlechte Erinnerungen?
  • Wie ist sie entstanden? Durch einen Gewaltakt? Unfall? OP?

In manchen Fällen ist genau dieses Thema noch nicht ganz aufgearbeitet und die Beschwerden erinnern denjenigen quasi daran, dass da noch etwas unbearbeitet ist.

  • Ist ein Thema bekannt, sollte es auf jeden Fall aufgearbeitet werden. Sei es mit Hilfe eines Therapeuten oder auch in Eigenregie.

  • Falls kein Thema erinnert werden kann, ist es möglich, dass der „Entstehungsstress“ der ehemaligen Verletzung die komplette Abheilung verhindert. Eine Narbe zu bilden ist immer Stress für den Körper. Nur ist es individuell ob daraus Probleme entstehen können oder nicht.

In beiden Fällen können homöopathische, spagyrische oder auch phytotherapeutische Mittel sehr gut unterstützend eingesetzt werden. Die Mittelwahl ist jedoch genau so individuell wie der einzelne Mensch und so kann ich hier keine generelle Empfehlung geben.

 

Ich hoffe dir mit diesem Beitrag einen Einblick in die naturheilkundlich Narbenentstörung gegeben zu haben. Sollte der Beitrag mit dir in Resonanz gegangen sein, freue ich mich über deinen Kommentar.  Gerne darfst du ihn auch in den sozialen Medien teilen.

 

~ Heilpraktikerin Stefanie Dietrich ~

 

PS: Du bist an einer Narbenentstörung interessiert oder denkst, dass deine Beschwerden etwas mit einer bestehenden Narbe zu tun haben könnten? Dann buche dich einfach online zu einem kostenlosen Kennenlerngespräch ein (Unter dem Unterpunkt "HP-Leistung: Ersttermine") oder melde dich per SMS (0152-52 49 49 30) oder Telefon (02985-97 99 892) und wir besprechen alles weitere.

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